TopKita Jahresbericht
Jahresbericht 2021

TopKita: Mehr Qualität in Kitas für mehr Chancengleichheit

Systematische Qualitätsentwicklung anhand messbarer Kriterien? Funktioniert das auch im pädagogischen Bereich? Wir haben vor vier Jahren unsere Brancheninitiative für mehr Kita-Qualität ins Leben gerufen und unsere Erfolge im Jahresbericht 2021 zusammengefasst. 

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QUALITÄT IN KITAS HAT PRIORITÄT - GERADE IN KRISENZEITEN.
Clemens M. Weegmann, Gesellschafter von TopKita Institut für Qualitiät gGmbH, Bildquelle TopKita

Liebe Leser*innen,

vielen Dank für Ihre Treue! Nach wie vor setzen wir von TopKita uns für die politischen Rahmenbedingungen ein, die es braucht, damit alle Kinder von einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung profitieren können – auch und insbesondere in Zeiten der Pandemie. Die Krise zeigt, wie wichtig der Einsatz für diese zentralen Bedürfnisse von Kindern in Deutschland ist. Die Wichtigkeit von Bildung und Betreuung muss mehr sein als ein Lippenbekenntnis. Ein Umdenken in Politik und Gesellschaft ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Studien belegen, dass die meisten Kitas bei Weitem nicht so gut sind, wie sie sein könnten. Wir von TopKita möchten mit praxiserprobten Werkzeugen helfen, die Qualität deutscher Kitas mess- und damit steuerbar zu machen. So erhalten Kita-Teams und -Träger eine solide Basis für die systematische Weiterentwicklung der pädagogischen Prozessqualität und sehen, wo sie Unterstützung benötigen. Unser Dank in diesem Jahr gilt allen, die sich trotz Pandemie für dieses Anliegen stark
 

 

gemacht haben und weiterhin an diesem Ziel festhalten. Dazu zählen insbesondere die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg sowie die element-i Bildungsstiftung. Die Erfahrungen in der Pandemie und der gravierende Personalmangel haben für ein Umdenken in den Kitas gesorgt: Die Digitalisierung hält Einzug – egal, ob in urbanen oder ländlichen Regionen. Wir haben digitale Werkzeuge entwickelt, mit denen wir uns am Puls der Zeit befinden. Als Partner der Kitas werden wir auch im kommenden Jahr an der Weiterentwicklung digitaler  Lösungen für Träger und Kindertageseinrichtungen arbeiten. Gehen Sie mit uns neue Wege und setzen Sie in Ihrer Kommune bzw. Einrichtung unsere an Ihre Bedarfe angepassten Instrumente ein. Wir freuen uns darauf, die Kitalandschaft in Deutschland gemeinsam mit Ihnen (digital) zu gestalten!

 

Es grüßt Sie herzlich
Clemens Matthias Weegmann

MEHR QUALITÄT IN KITAS
Für mehr Chancengerechtigkeit

Bildung ist wie ein Haus. Damit es stehen kann, braucht es ein stabiles Fundament.

Chancengerechtigkeit in der Bildung ist ein wichtiger Baustein für das Funktionieren unserer Gesellschaft – und der Grundstein dafür muss schon bei den Kleinsten gesetzt werden. In einer guten Kita wird die Entwicklung der Kinder optimal gefördert, dort werden sie auf ein Leben in unserer demokratischen Gesellschaft vorbereitet. Hohe Kita-Qualität entsteht aber auch aus dem Dialog mit ihnen und ihren Eltern, denn deren Wünsche und Anforderungen sollten ebenfalls in den Qualitätsprozess miteinfließen. Diesen Prozess nicht nur anzustoßen, sondern wissenschaftlich fundiert zu begleiten, hat sich TopKita zum Ziel gemacht. 

Wir sind stolz darauf, dass wir digitale und wissenschaftlich fundierte Qualitätsinstrumente bieten können, um Qualität sichtbar zu machen und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Kitas zu unterstützen.

Immer mehr Kitas haben sich in den vergangenen Jahren für eine Zertifizierung durch TopKita entschieden und nutzen die drei Instrumente Online-Elternbefragung, digitale Bewertungsbögen für die Selbstevaluation im Kita-Team sowie Audits durch externe Fachleute. Der neue Qualitätsmonitor gibt den Teams und Trägern einen differenzierten Einblick in die verschiedenen Aspekte der Kita-Arbeit, ermöglicht so die Steuerung des Qualitätsprozesses und zeigt Optimierungs- und Unterstützungsbedarf auf. Die Instrumente werden in unserem Institut und durch die Hochschule Düsseldorf stetig weiterentwickelt, um den Qualitätsentwicklungsprozess optimal an die Erfordernisse der Praxis und wissenschaftliche Erkenntnisse anzupassen. 

Bildquelle: www.shutterstock.com
KITA-QUALITÄTSMONITOR
 
 
Qualität auf einen Blick

Nur in qualitativ guten Kitas werden Kinder in ihrem Bildungsprozess bestmöglich gefördert. Die Förderung in Kitas ist insbesondere für Kinder aus einem bildungsfernen Umfeld wichtig. Daher und dafür müssen alle Akteure, also Träger, pädagogische Mitarbeiter*innen und Eltern an einem Strang ziehen.

Träger steuern Qualität

In den Ergebnissen, die TopKita liefert, werden drei sehr unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt: die Einschätzungen der Eltern, die Selbstevaluation der pädagogischen Teams und die Bewertungen externer Auditor*innen. Im Qualitätsmonitor werden die Ergebnisse zusammengeführt und grafisch aufbereitet. Per Klick können sie vom Träger ein- und ausgeblendet, verglichen und bis auf die Frageebene zurückverfolgt werden. Der Qualitätsmonitor bietet dem Träger die notwendige Übersicht, die er zur Steuerung des Entwicklungsprozesses benötigt, um seine Kitas bei der Qualitätsentwicklung zu unterstützen. Dank messbarer Kriterien und praxisbezogener Anker lassen sich Ergebnisse aus unterschiedlichen Einrichtungen vergleichen. Zudem liefern die Ergebnisse eine fundierte Grundlage, um im Dialog mit dem Team ein gemeinsames Verständnis von guter pädagogischer Arbeit zu entwickeln.

Feedback für das Kita-Team 

Der Schwerpunkt für die Selbstevaluation des Kita-Teams (pädagogische Mitarbeiter*innen und Leitung) liegt auf der pädagogischen Qualität. Ziel ist es, den Qualitätsdialog innerhalb des Teams, aber auch mit den Eltern und dem Träger in Gang zu bringen. Für einen neutralen Blick von außen kann auf den Einsatz externer Auditor*innen zurückgegriffen werden. Der Vorteil: Noch am gleichen Tag erhält das Team eine erste Rückmeldung. 

 

Transparenz für die Eltern 

Eltern haben einen anderen Blickwinkel auf Kitas als Erzieher*innen. Die anonyme 
Elternbefragung ermöglicht es den Eltern objektiv ihre Einschätzungen und Erfahrungen bezüglich der Qualität in der Einrichtung einbringen zu können. Durch Knopfdruck lässt sich auch diese Sichtweise im Qualitätsmonitor darstellen. Dies schafft die transparente Basis für einen faktenbasierten Dialog zwischen Eltern und Kita, zum Beispiel am Elternabend. Je mehr Eltern die Befragung beantworten, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis und desto mehr kann bewegt werden.

TOPKITA-ZERTIFIKAT
Für das Kindernest Mannheim-City

Das Team der Kita Kindernest Mannheim-City der kinderlandnet gGmbH zeigt, was TopKita Qualität heißt. Die stellvertretende Kindergartenleiterin Yasemin Hübschen-Inanc berichtete unserer Redakteurin vom Qualitätsentwicklungsprozess in ihrer Einrichtung und davon, was sich dadurch verändert hat. 

Das Kindernest Mannheim-City ist eine eingruppige Einrichtung für 20 Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Der Träger, die kinderlandnet gGmbH, hat sie erst im Herbst 2019 eröffnet. Und das Team startete fulminant: Das belegt jetzt ein Zertifikat mit Top-Qualität. Entsprechend stolz sind die Fachkräfte auf ihre Arbeit. Die stellvertretende Leiterin Yasemin Hübschen-Inanc berichtet von den Erfahrungen, die der Kindergarten mit TopKita machte.

Qualitätssicherungssystem speziell für die pädagogische Kita-Arbeit 

„Der Impuls mit TopKita unsere Qualität systematisch zu erfassen und zu entwickeln, ging vom Träger aus“,

sagt sie. Die kinderlandnet gGmbH sei bereits ISO-zertifiziert. Doch dieses System eigne sich für die Einschätzung pädagogischer Arbeit nur sehr bedingt. Daher sei der Träger nun auf TopKita umgestiegen. 

 
Mit Selbstevaluation gestartet 

„TopKita bietet den Einrichtungen drei Werkzeuge an: eine Selbstevaluation, eine Elternbefragung und ein externes Audit“,

berichtet Yasemin Hübschen-Inanc.

„Wir haben mit der Selbstevaluation begonnen.“

Jede Fachkraft füllte umfangreiche Bewertungsbögen zu ein bis zwei Bildungsbereichen aus. Anschließend tauschte sich das Team darüber aus.

„Wir sind gut ins Gespräch gekommen, haben gemerkt, wo es Unsicherheiten gibt, und für uns erarbeitet, in welche Richtung wir uns entwickeln wollen. Es war auch sehr gut, mal Dinge zu verbalisieren und zu reflektieren, die wir im Alltag oft einfach so aus dem Bauch heraus umsetzen. Allein dadurch hatten wir bereits viel erreicht“,

fasst die Pädagogin zusammen. 

Elternbefragung:
Familien ziehen mit 

Anschließend startete der Kindergarten die TopKita-Online-Elternbefragung und erzielte die sensationelle Rücklaufquote von 100 Prozent. „Dass sich alle Familien beteiligten, ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass wir eine so kleine und familiäre Einrichtung sind“, sagt die Pädagogin.

Bestnoten von den Eltern

„Mit den Bewertungen, die die Eltern abgaben, können wir ebenfalls sehr zufrieden sein. Wir haben durchweg sehr gut abgeschnitten, nirgends weniger als vier von fünf Sternen erhalten und in den Freitextfeldern gab es viel Lob für uns.

 

Manche Eltern notierten dort jedoch auch ihre ganz persönlichen Kritikpunkte. Wir sind die Punkte durchgegangen und haben überlegt, was wir verbessern können. An der ein oder anderen Stelle mussten wir uns auch einfach abgrenzen“,

meint die Kita-Leiterin.

Win-win-Situation 

Ihr Fazit zur Elternbefragung:

„Eine solche Umfrage ist für uns als Team eine wichtige Informationsquelle, die unsere eigene Einschätzung ergänzt. Wie sich zeigte, liegen wir mit unserer Selbstbewertung nahe an dem, was auch die Eltern sagen. Dass Selbst- und Fremdbild so gut zusammenpassen, hat uns natürlich gefreut. Ich finde eine Elternbefragung für die Familien sehr wichtig. Sie eröffnet den Müttern und Väter nämlich einen anderen, ganzheitlicheren Blick auf den Kindergarten und dessen Bildungsauftrag.“ 

Ziel: Mehr Transparenz für Eltern bieten 

Die Selbstevaluation und die Elternbefragung machten dem Team deutlich, dass der Kita-Alltag für die Mütter und Väter nicht transparent genug ist. Das ist auch den Corona-Auflagen geschuldet. Sie konnten dadurch nicht mehr einfach in die Kita kommen und ihr Kind dort im Alltag mit den anderen erleben.

„Die Tür-und-Angelgespräche mit den Eltern führen wir daher jetzt noch bewusster und berichten nicht nur, wie das Kind zum Beispiel gegessen, geschlafen und was es gespielt hat, sondern gehen besonders auf Entwicklungsschritte ein. Da wir im Schichtdienst arbeiten, ist dafür eine gute Übergabe nötig. Dafür haben wir einen speziellen Bogen, den wir nun noch einmal erweitert haben.“ 

Besuch von der Auditorin

Als dritter Baustein im TopKita-Prozess folgte anschließend die Bewertung durch eine TopKita-Expertin.

„Sie besuchte unsere Einrichtung und begleitete uns durch den kompletten Tag“,

erinnert sich Yasemin Hübschen-Inanc.

„Wir waren zugegebenermaßen sehr aufgeregt vor dem Besuch. Doch die Auditorin hat uns mit ihrer angenehmen, positiven Art die Nervosität schnell genommen. Auch die Kinder fanden sie toll und haben sie regelrecht in Beschlag genommen“,

sagt die Kita-Leiterin.  

„Das anschließende Feedback-Gespräch fand auf Augenhöhe statt, und wir konnten viel daraus mitnehmen.“ 

Aufgabe: Mehr Ich-Botschaften senden 

Besonders gefreut hat sich das Team über das ausdrückliche Lob der Auditorin für die positive Atmosphäre in der Kita. Sie habe erlebt, wie wohl sich die Kinder in der Einrichtung fühlten, gesehen, dass die Fachkräfte alle Mädchen und Jungen im Blick behielten, ihnen viel erklärten und sie an Entscheidungen beteiligten – zum Beispiel beim Ausfüllen des Übergabebogens wurden die Kinder konkret einbezogen. Die Autorin gab den Hinweis, dass die Fachkräfte ihr Alltagshandeln mit begleitenden Ich-Botschaften für die Kinder noch transparenter machen könnten. Außerdem fiel ihr auf, dass die Erzieherinnen die Kinder sehr viel lobten.

„Sie riet uns, in unserem Feedback stärker die beobachteten Tätigkeiten und Fähigkeiten zu benennen“,

erklärt Yasemin Hübschen-Inanc.

„Denn loben ist zwar gut, doch letztendlich immer auch wertend und verallgemeinernd. Statt  ‚Du malst ein tolles blaues Bild‘ sagen wir jetzt eher etwas wie  ‚Ich sehe, du malst ein blaues Bild und bekommst einen sehr kräftigen Farbton hin.‘ So lassen wir den Kindern mehr Freiraum.“

Bewegungsraum fehlt – Lösung gefunden  

„Ein räumliches Manko ist, dass wir leider kein Bewegungszimmer in der Kita haben“,

berichtet die Leiterin.

„Wir verfügen zwar über ein großes Außengelände, das wir viel nutzen, und bauen drinnen häufig Bewegungsparcours auf, ein Turnraum böte allerdings andere Möglichkeiten. Daher haben wir – schon vor dem Besuch der Auditorin – eine Kooperation mit einer nahe gelegenen Schule initiiert, deren Turnhalle wir nun künftig mitbenutzen dürfen.“

Herausforderung: Bildungsbereiche sichtbar machen 

Eine Herausforderung in der kleinen Einrichtung, die über einen Gruppen-, einen Schlaf- und einen Rollenspielraum verfügt, ist es, die Bildungsbereiche für die Kinder sicht- und erlebbar zu machen.

„Dazu hat uns die Auditorin einige gute Tipps mitgegeben“,

sagt Yasemin Hübschen-Inanc. Zum Beispiel steht nun ein Regal mit Vorschulmaterialien im Gruppenraum, das sehr gut ankommt, und ein Projekttisch im Foyer.

„Derzeit haben wir ihn zum Thema Mengen und Zahlen gestaltet. Es gibt dort Knobelaufgaben, die die Kinder selbstständig lösen können. Wer alleine nicht zum Ziel kommt, fragt oft einfach ein anderes Kind und bittet um Unterstützung. Es ist toll, das zu beobachten.“

Pädagogik im Fokus 

„Der TopKita-Prozess hat uns besonders deswegen so gutgetan, weil wir uns wieder intensiv mit unserer Pädagogik auseinandersetzen konnten. Durch die Corona-Zeit waren wir sehr mit organisatorischen Themen beschäftigt. Doch Corona hin oder her:

 

Hier geht es schließlich um Pädagogik. Wir wollen den Orientierungsplan wirklich leben. Diesen Fokus wollen wir uns erhalten, auch wenn es turbulent wird“,

sagt die Kindergartenleiterin.

Es geht weiter …  

Für 2022 plant das Team daher bereits die nächste Selbstevaluation sowie eine Elternbefragung und ist gespannt, ob sich Veränderungen ablesen lassen. Ein weiteres externes Audit soll 2023 stattfinden. 

[Dieser Artikel ist auf dem TopKita-Blog erschienen. Für weitere spannende Artikel besuchen Sie uns unter: topkita.de/blog]

TOPKITA INSTRUMENTARIUM
Stetig auf dem Prüfstand

Kurzer Abriss des Evaluationsberichts von Frau Prof. Dr. Irene Dittrich, Hochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
 
Alle Träger von Kindertageseinrichtungen sind aufgefordert, Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung zu implementieren. (§22, KJHG)

Das Instrumentenpaket von TopKita steht seit 2018 allen Trägern von Kindertageseinrichtungen zur Verfügung.

TopKita hatte zu diesem Zeitpunkt die wissenschaftliche Begutachtung der drei Elemente Elternbefragung, interne Evaluation und Audit beauftragt. Damit erhalten Träger, Pädagog*innen sowie Eltern ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug für qualitativ hochwertige Entwicklungsförderung, um die Qualität der pädagogischen Arbeit sichtbar zu machen und diese kontinuierlich weiterzuentwickeln. 

Einbezug der Elternperspektive in den Qualitätsprozess 

Insbesondere die Elternperspektive als eine wesentliche Sichtweise auf die Kita-Qualität steht im Mittelpunkt der instrumentellen Begutachtung. Die Elternbefragung von TopKita ist eine der wenigen, für die Gütekriterien überprüft werden und als eigenständige Perspektive in einen multiperspektivischen Ansatz auf die Umsetzung von Qualitätsentwicklung eingeht. 

Zusammenfassung aus dem Projektbericht:

Zusammenfassung aus dem Projektbericht: Insgesamt stellt die Elternbefragung aus statistischer Perspektive eine gute Ausgangsbasis für eine weiterentwickelte Version dar. Die Faktorenanalyse ermutigt zur Schärfung der erfragten Konstrukte bzw. zur Schärfung der Dimensionen des Instruments. Hierzu ist jedoch der Rückgriff auf ein theoretisches Modell zu empfehlen. Das Instrument hat das Potenzial, Ergebnisse zu liefern, die interpretierbar sind, und als Evaluation zur Verbesserung des eigenen Angebots einer Kindertagesstätte dienen können. Dafür ist es erforderlich, eine theoretische Einordnung vorzunehmen, um so eine inhaltliche Validität anzunehmen und falsche Eindrücke mit Blick auf die Qualität der eigenen Arbeit sowie der Kindertagesstätte zu vermeiden. 

 

Seit 2020 wird die Elternbefragung in einer überarbeiteten Fassung eingesetzt. Diese ist für die Fachöffentlichkeit auf der Homepage von TopKita einsehbar. Eine weitere Begutachtung dieser Fassung ist für 2022 geplant. Die theoretische Einordnung auf der Grundlage von qualitativ auszuwertenden Eltern-Interviews zu ihren Vorstellungen über beste Fachpraxis wird derzeit umgesetzt. 

Plausibilität der internen Evaluation

Im Rahmen der Begutachtung wurde auch die interne Evaluation empirisch untersucht – die Ergebnisse sind ebenfalls verfügbar. Für diese Methode der Qualitätsentwicklung ist eine fachliche Plausibilisierung anhand der Ziele in Bildungsprogrammen und -plänen sowie der konzeptionellen Umsetzung in den Kitas vor Ort sinnvoller, da die interne Evaluation die ausdrücklich subjektive Einschätzung fordert und eine Verobjektivierung nicht unmittelbar an ihren Zweck anschließt.

Dennoch wurde das Instrument zur internen Evaluation begutachtet. Bislang entspricht es zunächst den Anforderungen an träger- und konzeptionsübergreifende fachliche Plausibilität im Sinne der aktuellen Fachdiskussion zu Dimensionen bester Fachpraxis in Deutschland, eine Revision des Instruments wird erprobt und nachfolgend erneut begutachtet. 

Das Audit wurde seit der Begutachtung – auch dafür liegen die Ergebnisse aus der ersten empirischen Untersuchung vor – einer so umfassenden Revision unterzogen, dass eine erneute Prüfung der instrumentellen Güte im Jahr 2023 vorgesehen ist. 

UNSER UNTERSTÜTZER
Martin Hettich

Stiftungsvorsitzender der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg und Kurator bei TopKita

Martin Hettich, Bildquelle Sparda-Bank Baden-Württemberg
Wir tragen gesellschaftliche verantwortung

„Als Genossenschaftsbank in Baden-Württemberg setzen wir uns von Herzen für soziale und bildungsnahe Projekte in der Region ein. Kinder sind unsere schönste und gleichzeitig nachhaltigste Investition in die Zukunft. Umso wichtiger ist es, qualitativ hochwertige, frühkindliche Erziehung zu ermöglichen. TopKita gibt allen Pädagogen, Eltern und Trägern eine Plattform, um die Qualität der pädagogischen Arbeit sichtbar zu machen und diese kontinuierlich weiter zu entwickeln. Wir danken TopKita herzlich für das Engagement in der Vergangenheit und blicken voller Zuversicht in die kommenden Jahre. Für unsere Kinder und für unsere Zukunft.“

DIE TOPKITA QUALITÄTS-MODULE
Einfach
Elternbefragung

Die Online durchführbare Elternbefragung 
kann in den fünf meistgesprochenen Sprachen in Deutschland von den Eltern innerhalb von zehn Minuten ausgefüllt werden. Mit nur wenigen Klicks kann die Kita-Leitung die Befragung

 

anlegen und über ihre üblichen Kommunikationswege an die Eltern senden. Seit 2021 erhalten die Kita-Leitungen zudem automatisch einen QR-Code, welchen sie in der Kita aushängen können, so dass die Eltern direkt an der Umfrage teilnehmen können.

Selbstevaluation

Unsere Selbstevaluation umfasst 650 Fragen und kann ebenfalls durch wenige Klicks von der Kita-Leitung angelegt werden. Damit alle Teammitglieder ihre Einschätzungen und Erfahrungen einbringen können, sich der Zeitaufwand jedoch in Grenzen hält,


kann die Kita-Leitung die Fragen auf die jeweiligen Expert*innen in ihrem Team aufteilen. Die Selbstevaluation bringt im Kita-Team den Qualitätsdialog in Gang und zeigt auf, welche Stärken es hat und wo es Unterstützung benötigt.

Externe Evaluation

Das TopKita Audit orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis. In Zusammenarbeit mit dem TopKita Fachbeirat und Personen aus der Fachpraxis wurde das Audit stetig weiterentwickelt. Das Audit wird vor Ort in der Kita von geprüften Auditor*innen durchgeführt. Diese bewerten anhand eines standardisierten Auditbogens dieselben

 

Dimensionen und Bildungsbereiche wie die Eltern und das Kita-Team. Im Anschluss an den Audittag erhalten die Kita-Leitung und das Team eine detaillierte Rückmeldung sowie einen Auditbericht. Zusätzlich werden in einem Qualitätsworkshop die Bewertungen der Auditor*innen begründet und im Austausch mit den Qualitätsbeauftragten der Kita Anregungen für Qualitätsentwicklungsprozesse gesetzt. 

Qualitätsmonitor

Bei der Auswertung fließen die einzelnen Ergebnisse der Elternbefragung, Selbstevaluation und der Auditor*innen zusammen.

 

Sie können im Qualitätsmonitor per Klick ein- und ausgeblendet und bis auf Fragenebene angezeigt werden.

Kinderbefragung

Hohe Kita-Qualität entsteht, wenn man mit denjenigen in Dialog tritt, die es betrifft. Aus diesem Grund sollen künftig die Kinder als Expert*innen für sich selbst in den Qualitätsdialog eingebunden werden. Dabei sollen die Kinder weitgehend autonom die Kitaqualität aus ihrer Sicht beurteilen können.

 

Ziel ist es, die Ansichten der Kinder fest in den Qualitätsprozess zu integrieren. 

Sobald es zu unserem Instrument der Kinderbefragung Neuigkeiten gibt, informieren wir Sie gerne. 

UNSER UNTERSTÜTZER
Stéphane Lacalmette

Vorstand in der Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW), Vorstand & Bundessprecher bei der 
Bundeselternvertretung der Kinder in Kitas und Kindertagespflege (BEVKi) 
und Fachbeirat bei TopKita

Martin Hettich, Bildquelle Sparda-Bank Baden-Württemberg
Hohe Qualität der frühkindlichen Bildung

„Wir als BEVKi setzen uns für eine hohe Qualität der frühkindlichen Bildung in allen Kindertageseinrichtungen in Deutschland ein. TopKita wendet bewehrte Methoden des Qualitätsmanagement im Bereich der Pädagogik an und bildet somit erfolgreich eine Brücke zwischen diesen zwei Welten in einer einzigartigen Art und Weise. Alle können von diesem ganzheitlichen Ansatz profitieren: Träger, Fachkräfte, Kinder und Eltern!”

Jahresbericht 2019 | 2020

TopKita bietet ein wissenschaftlich fundiertes und zugleich praxiserprobtes System mit Werkzeugen, die das pädagogische Handeln mess- und steuerbar machen. So wird sichtbar, ob die Kinder qualitativ gut betreut werden.

Teams sehen, wo Handlungsbedarf besteht. Träger können die pädagogische Prozessqualität ihrer Kitas auf einen Blick erkennen und auf dieser Basis systematisch und kontinuierlich Maßnahmen zur laufenden Qualitätsverbesserung starten.

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