Digitalisierung: Chance für Kitas 

von Eike Ostendorf-Servissoglou

02/2022

Zur Autorin: Eike Ostendorf-Servissoglou ist Germanistin und seit rund 20 Jahren als Redakteurin und freie Autorin tätig. Die Frühpädagogik bildet einen ihrer thematischen Schwerpunkte. Sie lebt und arbeitet in Gerlingen bei Stuttgart.

Die Sentiris gGmbH, ein Träger sozialer Einrichtungen aus Halver in Westfalen, war auf der Suche nach einem System zur Qualitätsentwicklung. Geschäftsführer Kristian Hamm wollte wissen, wo seine beiden Kitas qualitativ stehen und was seine Teams besser machen können. Er entschied sich für TopKita. Die Zeitschrift KiTa aktuell berichtet in der Spezial-Ausgabe zum Thema Digitalisierung (Heft 4/2021 ) über die Erfahrungen, die der Träger bislang machte. Wir fassen zentrale Aussagen aus dem Beitrag zusammen. 

Kristian Hamm sagt: „Digitalisierung ist keine Zukunft-, sondern eine Gegenwartsaufgabe.“ Was das bedeutet zeigt er im eigenen Unternehmen: Wer als pädagogische Fachkraft bei dem jungen Träger anfängt, erhält eine Sentiris-E-Mail-Adresse, ein Tablet, Laptop oder Smartphone. Denn die Kommunikation mit dem Träger sowie mit den Eltern läuft weitgehend digital: Dafür gibt es eine Beschäftigten- und eine Eltern-App.  

 

TopKita überzeugte 

Als sich das junge Unternehmen auf der Suche nach einem System für die Qualitätsentwicklung in den Kitas machte, war klar, dass digital unterstützte Tools das Rennen machen würden. Die Wahl fiel auf TopKita, denn die wissenschaftliche Fundierung des Instrumentariums und die digitale Umsetzung überzeugten den Sentiris-Geschäftsführer. 

 

Online-Tools? – Kein Problem! 

Eine Elternbefragung und eine Selbstevaluation haben seine Kita-Teams bereits durchgeführt. Eltern und Beschäftigte füllten die Befragungsbögen online aus. Das klappte sehr gut. Die Vorarbeit des Trägers zahlte sich aus. Alle Beteiligten verfügten bereits über die dafür nötigen individuellen E-Mail-Accounts und hatten keine Scheu, mit digitalen Werkzeugen zu arbeiten.  

 

Überblick im Online-Qualitätsmonitor 

Kristian Hamm kann die Ergebnisse immer aktuell im Online-Qualitätsmonitor abrufen. Er sah zum Beispiel wenige Tage vor Ende der Elternbefragung, dass die Rücklaufquote bei 70 Prozent lag und entschied sich, alle Eltern noch einmal postalisch zur Teilnahme einzuladen.   

 

Auffällige Diskrepanzen 

Was ihm ebenfalls direkt auffiel: Zwischen den Ergebnissen der Elternbefragung und der Selbsteinschätzung der Beschäftigten gab es auffällige Differenzen. Die Eltern beurteilten die Leistung der Kita-Teams durchweg besser als die Fachkräfte selbst. „Das müssen wir uns nun genauer anschauen“, sagt der Geschäftsführer, der sich fragt, ob seine Beschäftigten eventuell zu selbstkritisch sind.  

 

Weiterer Baustein: Externes Audit 

Bald soll ein externes Audit eine weitere, unabhängige Perspektive auf die Kita-Qualität liefern. Dafür schickt das TopKita Institut Fachleute in die Einrichtungen, die die Teams dort einen Tag lang begleiten und Gespräche mit Leitung und Fachkräften führen. Auch sie nutzen dabei einen Bewertungsbogen. Die Themenfelder sind deckungsgleich mit denen in Elternbefragung und Selbstevaluation. Im Qualitätsmonitor sieht Kristian Hamm dann zu jedem Themenkomplex immer drei Balken nebeneinander. Dadurch fällt sofort auf, wo die Einschätzung von Eltern, Team und externen Fachleuten abweichen. Besonders in diesen Bereichen gehen die Kita-Teams dann ins Detail, besprechen die Ergebnisse und leiten Verbesserungsmaßnahmen ab. 

 

Herausfordernd: Arbeit ehrlich betrachten – Verbesserungen angehen 

Kristian Hamm weiß, dass dies der herausforderndste Teil ist. Denn Umgang mit Kritik sei für fast jeden Menschen schwierig. Wer Einwände höre, reagiere quasi automatisch mit Rechtfertigungen. Die Dinge nicht einfach abzubügeln, sondern neutral zu betrachten und Veränderungen anzugehen, will geübt sein. Der TopKita-Verbesserungsprozess bietet daher eine gute Möglichkeit, die Fehlerkultur, die die Sentiris gGmbH anstrebt, mit Leben zu füllen. In der Konzeption heißt es: „Fehler machen ist erwünscht. Daraus lernen wir. Denn nur wenn wir Fehler machen dürfen, wagen wir es, Neues auszuprobieren und außerhalb des gewohnten Rahmens zu denken.“ 

 

Artikel zum Download: 

Mit freundlicher Genehmigung des Wolters Kluwer Verlags 

„Qualitätsentwicklung: digital geht es besser“, KiTa aktuell spezial, Ausgabe 4/2021 

 

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